Natürlich - Tiergerecht

Tierheilpraxis für Pferde und Kleintiere & Huforthopädie

Projekt Vogelvoliere

Einen Beitrag von meinem Mann- Der Vogelliebhaber unter uns.

Unsere Vögel sollen es schön haben! Nachdem wir ja nun vier statt zwei gefiederte Mitbewohner haben, bekamen wir auf Dauer Probleme, sie den ganzen Tag im Wohnzimmer frei fliegen zu lassen. Wir haben uns deshalb entschieden, eine Voliere zu bauen. Hier ein kleiner Entstehungsbericht.

Schon lange haben wir überlegt, wie wir die Situation ändern können. Der Käfig für unsere vier wurde ohnehin nur als Fress- und Trinkstätte gebraucht. Den restlichen Tag wurde auf dem Ast im Wohnzimmer verbracht.

Eine Voliere zu kaufen wäre zwar bequem, aber man müsste sich mit allerlei Kompromissen herumschlagen. Also dachten wir: Selber machen! Nur so ist man Herr über alle möglichen Eigenschaften.

Nach einem Brainstorming entschieden wir uns letztendlich für eine Eckvoliere:

Nach diesem Plan habe ich nun mit meinem 3D Programm ein Modell erstellt. Dank der Einheiten konnte ich so die benötigten Materialmengen ermitteln:

Das sollte sie also sein. Die Abmessungen der Grundfläche sind 1 Meter auf 90 cm. In der Höhe wollten wir nicht genau bis zur Decke, sondern 2 Meter sollten hier ausreichen.

Die Materialkosten für das Holz, Schrauben, Scharniere und Netz beliefen sich auf rund 170 Euro. Wenn man die Preise für Volieren vergleicht, kommt man hier zu einer Ersparnis von bis zu 100 %!

Für die Materialien haben wir auf "tierfreundliche" Beschaffenheit geachtet. Das Holz ist unbehandelte Fichte und der Volierendraht besteht aus galvanisch verzinktem Stahl. Das ist besonders wichtig, den bei normal verzinktem Gitter kann es bei Knabberaktionen zu einer Zinkvergiftung kommen.

Also los gehts mit der

Grundfläche

Die Grundfläche der Voliere ist ein 12mm starkes, beschichtetes Sperrholzbrett. Als optischer Hingucker haben wir hier eine Ecke herausgeschnitten, somit sieht der Käfig nachher nicht so klobig aus. Als Rahmen haben wir 16 mm dicke, ebenfalls beschichtete Bretter benutzt, da diese am Schluss ja die Rahmenkonstruktion halten mussten. Der Rahmen wurde mit Schrauben durch die Grundfläche befestigt. Besondere Herausforderung waren hier die zwei gestreckten Winkel. Hier mussten wir ein wenig experimentieren, um die Winkel der Bretterkanten richtig abzusägen. Aber auch das ist uns am Ende gelungen.

Der Rahmen

Für den Rahmen haben wir unbehandeltes, gehobeltes Fichtenholz verwendet. Mit einer Stärke von 16 mm war das für das gesamte Konstrukt ausreichend stabil. Da wir die komplett zusammengebaute Voliere nicht durch das Treppenhaus gebracht hätten, mussten wir entsprechend vorgehen.

Für die drei rechten Winkel der Grundfläche haben wir jeweils zwei Rahmenbretter zu einem L-Stück verbunden, damit war schon hier für eine gute Stabilität gesorgt. Der Grundrahmen wurde mit einem schmaleren Innenrahmen versehen, der das Gitter halten sollte.

Das Gitter

Was haben wir geblutet! Leute, seid vorsichtig. Dieser Draht ist super störrisch und super scharf. Ein Glück hatten wir eine Drahtschere zur Verfügung, alles andere hätte mit (noch) blutigeren Fingern geendet.

Der Draht wurde mit einer kleinen Schraube und einer Unterlagsscheibe befestigt. Das hat den Vorteil, dass die zwei Materialien (Holz und Draht) nicht fest miteinander verbunden sind, sondern weiter "arbeiten" können, wie das ja bei Holz der Fall sein kann.

Hätten wir den Draht mit Tackernadeln befestigt, wären wir beim straffen Befestigen weniger flexibel gewesen. Außerdem hätte die Möglichkeit bestanden, dass der Draht nach einiger Zeit wellig werden konnte.

Wichtig ist es auch, das keine Drahtreste abstehen, da die Verletzungsefahr für die Wellensittich extrem hoch ist.

Der Zusammenbau

Es war soweit! Nachdem alles fertig vergittert war, konnten wir die Voliere in Einzelteile zerlegen und in das Zimmer transportieren. Der Aufbau verlief problemlos dank unserer genauen Konstruktion :)

Während des Aufbaus wurden wir natürlich genauestens beobachtet.

Und letztendlich ist es uns gelungen und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Vögel haben jetzt einen eigenen Bereich in dem sie turnen, klettern und schlafen können und wir haben nun ein gut gelüftetes, nahezu federfreies Wohnzimmer.

Der gesamte Aufbau ohne Konstruktion hat uns letzendlich 1,5 - 2 Tage gekostet. Wenn man die Kostenersparnis und den Spass am Handwerken dazuzählt, hat sich das Projekt Vogelvoliere ganz klar gelohnt!

An dieser Stelle auch ein recht herzlichen Dank an Rolf Bosler für sein handwerkliches Geschick und seinen Tipps, Tricks und Kniffen aus seiner Erfahrungskiste! Ohne dich wäre das Projekt auf keinen Fall so schön umgesetzt worden!

Euer Dominik Sust