Natürlich - Tiergerecht

Denn die Natur kennt immer einen Weg

Nicht die Frage nach "was?" - sondern "warum?" sollte sich jeder stellen

 17.08.2016

Frisch fröhlich in den neuen Beruf gestartet, durfte ich, zu meinem Glück (und auch bisschen Leid ;-) ), bereits viele Tiere kennenlernen.

Mein Glück dabei war, auf Besitzer zu treffen, welche bereit waren, offen und ohne Vorurteile, ihren Tieren helfen zu wollen.

Mein "Leid" war - dass diese Tiere zu 98% alle an chronischen Erkrankungen litten....

Nun lernt man in seiner Ausbildung zum Tierheilpraktiker - wie sollte es auch anders möglich sein - die verschiedenen Krankheiten kennen, sowie ihre Ursachen.

Am Ende jeder Vorstellung erhält man dann eine Mittelauswahl.

Man nehme Jenes für Folgendes - oder Anderes für Dieses.

Schnell läuft man in die Gefahr, sich genau darauf zu versteifen.

Die Symptombehandlung ist oftmals vorprogrammiert - aber nicht wünschenswert

Nun hatte ich, wie bereits gesagt, gleich zu Beginn Tiere, welche an chronischen Erkrankungen litten.

Die Tiere waren schon lang in Behandlung, sogar schon bei anderen Kollegen, doch nichts hatte sich gebessert oder nur kurzzeitig.

Am Anfang wünscht man sich gern Kunden - mit kleinen Wehwehchen, die mit ein paar Kügelchen glücklich, zufrieden und vor allem schnell gesund werden. Erfolgserlebnisse machen einen mutiger.

Das war nun aber nicht der Fall - zu meinem Glück! :-)  

Es war nun eben nicht so einfach. Vieles wurde schon erfolglos ausprobiert - und die Mittelchen passend zum Symptom in meiner Liste erschöpft. Natürlich war da am Anfang eine wahnsinnige Unsicherheit meinerseits- und ich musste auch mal Kunden vertrösten, denn ich brauchte die Zeit um alles Mögliche abzuklären - doch das war letztendlich auch der richtige Weg...

Die Frage nach dem "Warum?" brachte mich letztendlich zum Erfolg

Die Aufgabe von uns Tierheilpraktikern liegt darin - die Ursache einer Erkrankung zu finden - und diese bestmöglichst, oder gänzlich zu beseitigen.

Und, wie ich feststellen durfte, ist dieses "Warum?" oftmals gar nicht so typisch, wie es in den Lehrbüchern beschrieben wird.

Die Möglichkeiten der Ursachenforschung

Nun liegen einige Ursachen teilweise auf der Hand und können relativ schnell abgestellt werden.

Sind die Ursachen allerdings nicht bekannt, oder unklar - so sollte man gezielt nachforschen.

Möglichkeiten gibt es dazu heute viele:

  • Bluttests
  • Urin - oder Kotproben
  • Hautgeschabsel
  • Fellmineralanalysen
  • Erregertests
  • Allergietests
  • Bioresonanzanalysen....

Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt.

Doch habe ich leider selbst dann schon erlebt, dass mit einem erzielten Ergebnis, weiter auf Symptome geschossen wird:

Beispiel1: Eine 12 jährige Katze, welche seit JAHREN!! regelmäßig und häufig erbricht. Sie wurde schon mehrmals dem Tierarzt vorgeführt und auch einem Tierheilpraktiker. Der Tierarzt verschrieb magenberuhigende Medikamente und behandelte auf ein Magengeschwür (auf Verdacht) - erfolglos. Der Tierheilpraktiker dachte schon einen Schritt weiter und veranlasste einen Bluttest. Dieser zeigte eine chronische Pankreasinsuffizienz - und er verschrieb der Kundin pankreas-unterstützende Medikamente. In der Zeit der Medikamentengabe verbesserte sich der Zustand der Katze auch. Die Arzneien wurden abgesetzt, und die Katze begann erneut zu spucken.

Scheinbar fragte sich niemand, woher diese Pankreasinsuffizienz kommen könnte...dabei war die Antwort so einfach..

*Nach einer umfangreichen Anamnese stellte sich schnell heraus, dass die Katze leider gänzlich falsch ernährt wurde. Dies förderte eine konstante und extreme Übersäuerung des Tieres, welches sich letztendlich bereits auf den gesamten Organismus verbreitet hatte. Die Katze litt an fettigem, schuppig stinkendem Fell, war anfällig auf Parasiten und abgemagert.*Nach Anpassung der Fütterung und Haltung, sowie durch aufbauende (zielgerechte) Hilfmittel, war die Katze nach bereits 4 Wochen, wie neugeboren...


Beispiel2:Unerklärliche und regelmäßig wiederkehrende Lahmheit eines Pferdes. Das Tier wurde ebenfalls bereits dem Tierarzt vorgeführt, geröntgt, mit Schmerzmittel behandelt und vom Tierheilpraktiker mit Blutegeln behandelt. Leider alles erfolglos. Die Blutegeltherapie musste regelmäßig wiederholt werden und irgendwann war es der Kundin zu teuer und zu wenig nachhaltig - sie suchte nach Alternativen.

Von der Kundin wusste ich bereits, dass sowohl Tierarzt, als auch Tierheilpraktikerin in Absprache des Hufschmieds arbeiteten - nur leider war genau hier der Knackpunkt. Schon auf den ersten Blick wurde klar, dass dieses Pferd Schmerzen durch die Fehlstellung der Hufe mit sich trug (ebenfalls trug es Stollen über den "Winter", der kein Winter war). Auch auf den Röntgenbildern war dies leider schon sichtbar.

Auch hier blieb vergessen, die URSACHE der Erkrankung zu erfragen...

Das Pferd wurde gemeinsam mit einem Huforthopäden auf eine gesunde Hufbearbeitung umgestellt und in dieser Zeit noch bzgl. der Schmerzen unterstützt. Bereits nach einem halben Jahr war die Lahmheit nur noch selten aufgetreten - mittlerweile geht das Tier lahmfrei und noch zügiger durchs Leben.

Was eine ganzheitliche Behandlung auszeichnet:

Auch wenn es für mich schwer war, gleich zu Beginn mit diesen hartnäckigen Fällen (unerklärliches Kotwasser seit Jahren, plötzlicher Totalabbau eines Pferdes, Cushing, EMS, chronische Hufrehe, chronische Bronchitis...) konfrontiert zu werden - bin ich heute glücklich darüber.

In all' diesen Fällen wäre ich nämlich, mit einer reinen Symptombehandlung erfolglos geblieben.

Ich lernte mir die Krankheiten vertraut zu machen, mich über sämtliche Ursachen zu informieren und so lange zu suchen, bis der Auslöser gefunden wurde (und wenn dieser noch so suspekt klang!).

Seitdem ist es - und bleibt es mein Ziel, diese Auslöser zu finden und gemeinsam mit dem Besitzer aus dem Weg zu schaffen.

Denn oftmals hilft bereits das - um dem Tier ganz allein die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu regenerieren.

Und das möchte ich all' den Besitzern da draußen mit auf den Weg geben:

Erkundigt Euch nach einem Tierarzt / Tierheilpraktiker, der eben genau dies zu seinem Erfolg mitbringt. Fragt nach, was die Gründe für diese Erkrankung sein könnten, weshalb genau diese Behandlung gewählt wird und was ihr vielleicht ändern könntet.

Denn nur eine ehrlich "ganzheitliche Behandlung" wird auf langer Hinsicht zur Gesundheit Eures Tieres führen.

Eure Sandra

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