Natürlich - Tiergerecht

Denn die Natur kennt immer einen Weg

Führungskraft erlernen - richtiges und sicheres Führen...

 10.02.2016

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Mit Pferden spazieren gehen ist eine tolle Art, das Vertrauen zueinander zu stärken. 
Doch auch hier gibt es Einiges zu beachten um vor allem sicher spazieren gehen zu können! Ich habe im folgenden Beitrag ein paar wichtige Dinge aufgelistet.

Die Führungsposition - ein Aspekt der Sicherheit, nicht der "Dominanz"!

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Das Leittier muss immer vorn gehen!

So die allgemeine Einstellung im Reiterdasein: Der dominante Partner, der Führer, gibt die Richtung an, bestimmt die Geschwindigkeit und das Pferd hat ihm zu folgen!
Sicher - das mag für die Einen der eigentliche Grund sein, dass ihr Partner "Pferd" hinten an steht.

Für mich ist es ein Aspekt der Sicherheit:

  • auf engen Wegen, kann es aus Versehen des Pferdes passieren, dass es beginnt einen abzudrängen.
  • sollte das Pferd erschrecken, kann es zur Seite springen und Du kannst verletzt werden.
  • sollte es erschrecken und den Kopf zu deiner Seite reißen, so kann es Dich treffen und dich schwer verletzen!

Dein Pferd sollte also immer hinter Dir gehen?

Ich selbst bin absolut GEGEN striktes hinten gehen. Schnell beginnen die Pferde stumpfsinnig zu werden, trödeln dann einfach hinter einem her und der mögliche Lerneffekt ist passé.

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Nebeneinander- Gehen erfordert Aufmerksamkeit von beiden Parteien!

Bodenarbeit, in der Dein Pferd lernt richtig von Dir zu "Weichen", Deine Körpersprache zu beobachten und vor allem auch Dich zu respektieren - sollte hier für ein sicheren Spaziergang die Vorbereitung sein.

Ein Pferd sollte meiner Meinung nach auch in einer Gefahrensituation nicht den Kopf in Deine Richtung werfen dürfen, oder fähig sein den nötigen Abstand einzuhalten. Nicht aus Angst vor Dir, sondern aus Respekt und Achtsamkeit.
Die richtige Bodenarbeit lehrt Dir und Deinem Pferd diesen Respekt voreinander - und das ganz ohne "Dominanzübungen". 
Dominanz ist für mich in der Arbeit mit den Pferden immer noch ein Unwort - und das soll auch so bleiben.

Es ist durchaus lernbar, doch auch hier bleibt natürlich das Restrisiko - es ist immer noch ein Lebewesen.

Das Spazierengehen an der Seite Deines Pferdes hat viele Vorteile, denn auch die Gymnastizierung kann dabei gefördert werden!

  • Seitliches Stellen und Biegen, vor allem beim Bergauf und Bergab fördert die Muskulatur.
  • gezieltes "Treiben" zum deutlicheren Untertreten, vor allem Bergauf, fördert die Muskulatur der Hinterhand.
  • verschiedene Kopfhaltungen - tief, seitlich, locker im Wechsel gibt Geschmeidigkeit und fördert die Feinfühligkeit.
  • seitwärts Gehen, für die Muskulatur und die Balance .
  • Seitenwechsel - fördert beide Gehirnhälften eurer Pferde (ja,das ist kein Witz ;-) )

:-) 

...und vieles mehr!

Lesetipp: Fühlend-reiten - Möglichkeiten das Gelände zu nutzen

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Freies Spazierengehen kommt nun immer mehr in Mode....

Ich sehe immer mehr Bilder oder Videos von Pferdebesitzern, die völlig frei mit ihrem Pferd spazieren gehen. Ja, ich finde es wunderschön, das ist keine Frage...und ja, ich bestätige auch die These, dass es ein Aspekt des Vertrauens ist, wenn dein Pferd dir so toll folgt.
Doch alles ist immer nur so schön, solange es sicher bleibt und nichts passiert.

Das kann nun jahrelang problemlos gut gehen - doch ihr solltet niemals vergessen, dass ihr es mit einem Fluchttier zu tun habt!
Sollte es nur ein rücksichtsloser Fußgänger, Autofahrer oder Radfahrer sein, der dein Pferd erschreckt oder unvorsichtig an euch vorbei fährt. 
Es ist immernoch sicherer, direkte und schnelle Einwirkung auf das Pferd zu haben und deshalb appelliere ich hiermit an alle "Freigänger" sich die Situation nochmals genaustens zu überdenken!

Was ist die Alternative?

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Spazierengehen an der Longe oder am langen Seil.

Möchtest Du deinem Pferd trotzdem den Freiraum schenken, oder das Folgen üben - so ist die Longe eine sichere Alternative zum Freien Spazieren.
Ich gehe damit sehr gerne mit Artax spazieren und lasse ihm damit auch ein wenig Zeit sich seine Umgebung anzuschauen und gelegentlich ein paar Gräser oder Äste zu zupfen.

Sollte jedoch eine Gefahrensituation entstehen, habe ich Artax immer noch "griffbereit". Wir haben gelernt, auf "Pfiff" zu gehorchen und so kann ich ihn auch auf Entfernung zu mir rufen.

Lesetipp: Pferdespiegel - Darf ein Pferd mit entscheiden?

Das Vorne-Weg-Gehen ein schweres Verbrechen gegen den Respekt?

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Niemals darf Dein Pferd Dich überholen, damit vergeht er absolut gegen Deinen Respekt!
So habe ich es in der "alten Schule" gelernt. Doch heute lasse ich Artax immer wieder gezielt vorne weg gehen, kontrolliert und mit purer Absicht.

Warum?
Weil es auch das Selbstbewusstsein Deines Pferdes schulen kann.
Zum einen hat Artax gelernt von allen Seiten aus handelbar zu sein. Egal wo ich stehe - er hört und reagiert auf mich.
Zum anderen ist es mir wichtig, wie Artax seine Umwelt unvoreingenommen wahr nimmt. Manchmal bin auch ich diejenige die denkt "Ohjemine, das geht in die Hose" und innerlich schon ein kleines Magengeschwürchen bekommt - und Artax dann derjenige ist, der völlig cool in der Situation bleibt.

Oftmals sende ich Artax deshalb in "vermeindlichen" Gefahrensituationen gezielt vorne weg und achte auf seine Reaktion.

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Hier stand eine Horde großer Monster mitten auf der sonstigen "Fresswiese". Ich dachte mir schon - wie ich ihn da jetzt wohl vorbei bekommen könnte?
Ich schickte Artax gezielt nach vorne und er sah sich das in aller Ruhe an.

[natürlich sollte man dies nicht an befahrenen Straßen oder im bewegten Verkehr versuchen!!!!]

Beispiele dafür können:

Pfützen, angeblich böse Gegenstände im Weg sein, oder einfach nur Baumstämme, bei denen er mir nicht einfach hinterhertrotteln soll.

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Fazit:

Spazierengehen kann so viele Möglichkeiten bieten - man muss sie nur zu nutzen wissen :-) 

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Gehe nicht hinter mir, vielleicht kann ich dich nicht führen...

Gehe nicht vor mir, vielleicht kann ich dir nicht folgen...

gehe einfach neben mir und sei mein Freund!

 

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