Natürlich - Tiergerecht

Denn die Natur kennt immer einen Weg

BARF - kann doch so einfach sein!

 20.05.2016

BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter. Die natürliche Ernährung unserer Haustiere.

Im Sinne meiner Ausbildung als Tierheilpraktikerin und natürlich im Sinne meiner Kunden habe ich mich nun sehr lange Zeit mit dem Thema BARFEN beschäftigt. Ich muss sagen - jede Literatur sagte mir etwas anderes. Jeder predigte eine andere Zusammensetzung...mal waren es 80% Fleisch 20%Pflanzliche Erzeugnisse...mal ein Verhältnis von 70% zu 30%. Mal wurde geraten Gemüse und Obst ganz weg zu lassen und mal wurden die Gefahren aufgelistet, die es mit sich bringt, wenn man dies weg lassen würde.

Ich bin froh mich durch den ganzen Urwald geschlagen zu haben und muss sagen: BARF ist keine Religion! BARF ist einfach, kostengünstig, vielseitig und zielgerecht!

Die einfachsten Tipps habe ich Euch zusammengestellt....

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Die Natur gilt als Vorbild.

Die Medien werben mit artgerechtem Futter - das Eure Tiere rundum sorglos versorgt und dem Ihr nichts mehr zu bedenken habt. Alleskönner, Rundumversorger - wie schön könnte das doch sein!

Wären da nicht Eure Lieblinge, denen das früher oder später gar nicht mehr so gefällt.

Stumpfes Fell, Blähungen, Durchfall, Erbrechen, Allergien, Juckreiz, schlechter Fellwechsel und noch vieles mehr sind Auslöser dieser "Alleskönner". Die Tiere sind fehlernährt, unterversorgt und an Chemie und Müll überladen.

Schonmal in den Zoo gegangen und die Tierwärter gefragt, warum sie Ihre Löwen, Wildkatzen und Wölfe denn nicht auch mit Dosenfutter oder gar Trockenfutter ernähren? Wären die Tiere damit nicht viel besser und vor allem günstiger versorgt?

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Was zeigt uns die Natur?

  • Richtig. Sowohl Wölfe als auch Wildkatzen sind Fleischfresser, Carnivoren genannt. Ihr Organismus und ihre gesamte Verdauung ist dazu ausgelegt um Fleisch zu verdauen.

Rohes Fleisch! 

Hunde und Katzen unterscheiden sich dabei in ein paar wenigen Punkten:

  • Hunde stammen vom Wolf ab - diese Tiere sind Schlingfresser. In freier Natur jagen sie in Rudeln. Ist eine Beute erlegt, so wird regelrecht gefressen, was das Zeug hält. Die Wölfe schlingen und schlucken alles in sich hinein. Hier wird nicht sortiert. Fell, Knochen, Sehnen, Knorpel, Innereien. Anschließend erbrechen die Hunde ihr Verschlungenes um danach nochmals "In Ruhe" verdauen zu können.

  • Katzen / Wildkatzen sind dabei etwas gewählter. Oftmals "spielen" sie zuvor noch mit ihrer Beute - hierbei verlieren die Beutetiere noch viel an ihrem Inhalt.Sie urinieren und setzen Kot ab - aus Angst. Anschließend wird das Tier getötet und langsam zerlegt. Wer Katzen besitzt, weiß, dass die Tiere oftmals die Gedärme und noch so anderes an "Resttier" übrig lassen - hier selektieren die Katzen deutlicher als ihre Vierbeinigen "Freunde" - die Hunde.

Hier liegen auch schon die wichtigsten Punkte vor.

Der Wolf frisst seine Beute mitsamt den Innereien. Vor allem der Pansen und die Därme enthalten dabei noch Reste der Pflanzlichen Nahrung des Beutetieres. Sie nehmen also auch diese in ihrem Speiseplan mit auf.

  • Die Wildkatzen "sortieren", sie sind wahrlich reine Fleischfresser und selektieren Innereien teilweise gänzlich aus.

Mit diesen beiden Erkenntnissen ist die halbe Miete bereits gewonnen.

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Nun gibt es viele Seiten im Internet - die sich hier ganz strittig diskutieren, was nun richtig oder falsch für unsere Tiere ist.

Wichtig ist jedoch, sich genau an der Natur zu orientieren.

Während Hunde nun jede Menge Fleisch und Sehnen und Knorpel und Knochen zu sich nehmen - so sollte auch in der Fütterung beachtet werden, dass sie eben auch Innereien fressen, welche "pflanzliche Erzeugnisse" beinhalten.

Eine ausgewogene BARF - Ernährung beinhaltet also sowohl : durchwachsenes Muskelfleisch, Sehnen, Knorpel, Knochen, als auch Innereien, speziell Pansen und dann ggfs. noch Gemüse, Obst und Kräuter. Aber auch Fett, durch das sie Ihre Energie beziehen ist ein absolut wichtiger Bestandteil im Futter.

Je nach Möglichkeit und abgestimmt auf den Hund - können diese Pläne und Zusammensetzungen variieren. Manche Hunde mögen kein Obst und kein Gemüse, manche Hunde wollen keine Knochen fressen - doch gibt es heutzutage hierfür tolle Ergänzer, um diese Ungleichgewichte auszugleichen. 

Anders nun bei den Katzen. Während sie durch unser tolles "Trockenfutter" beinahe krank gefüttert werden, durch Unmengen an Getreiden und pflanzlichen Nebenerzeugnissen - so wird beim BARF genau hier reduziert!

Nierensteine oder gänzliches Nierenversagen sind mit die größten Nebenwirkungen von übermäßiger Getreidefütterung an Katzen.

Katzen fressen vor allem eines: FLEISCH! Sehnen, Knorpel und in viel kleineren Mengen als beim Hund, eventuell noch Innereien und knochen. Wichtig ist bei Katzen vor allem die Versorgung mit Taurin. Pflanzliche Erzeugnisse gehören MEINER MEINUNG nach, nicht in eine Katze.

Auch hier sollte die Fütterung genau nach der Katze - und vor allem hier noch viel mehr, nach Ihren Vorlieben abgestimmt sein. 

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Fazit:

Erschlagen von den Angeboten auf dem Markt - auch für BARF-Gerichte und Zusätze, bin ich zu einem, deutlichen Weg gelangt:

Angepasst an das Tier, wird die Grundversorgung individuell zusammengestellt. Vielleicht am Anfang mit Hilfe eines BARF-Planes, bis alles von "selbst" funktioniert. Je nach Zustand des Tieres werden eventuelle Nahrungsergänzer verabreicht.

Auch hier gilt: Man muss nicht dauerhaft Seealgen, Mineralien, Hagebuttenpulver,Bierhefe - oder was es nicht alles gibt, zufüttern. Ein klares, ausgewogenes Beifüttern der Ergänzer reicht vollkommen aus.

"BARF-Fertiggerichte sind ein NO GO!" - Auch darüber habe ich mich erkundigt. Viele der BARFer, mixen grundsätzlich und komplett selbst - das ist natürlich die beste Alternative und das Optimum für das Tier. Aber sind wir doch mal ehrlich - ab und an fehlt uns einfach die Zeit - oder wir sind im Urlaub, können vielleicht eine Gefriertasche mitnehmen - aber eine halbe Kuh passt nicht ins Auto? Na dann greifen wir eben zu diesen Fertigprodukten! Oftmals sind diese leider noch nicht sehr ausgewogen zusammengestellt - und natürlich nicht genau auf Euer Tier. Aber dieser Hype und diese Verteufelung, der müssen wir uns auch nicht beugen :-)

Was tun im Urlaub? Wie bereits gesagt, manchmal hat man die Möglichkeit eine Gefriertasche mitzunehmen - mal aber auch nicht. Zu Überbrückung an den Urlaubstagen gibt es mittlerweile akzeptable "Reinfleisch-Dosen", die hier hier eingesetzt werden können. Auch hier lassen wir bitte die Kirche im Dorf.

Rohes Fleisch macht meine Tiere aggressiv! Das sind schlicht und ergreifend Ammenmärchen von Menschen, denen nichts besseres eingefallen ist, um diese Art der Fütterung schlecht zu reden. Trockenfutter und das leidige Thema mit den nicht deklarierten Zusätzen, diese Müllfütterung - DAS macht MICH AGGRESSIV!

Rohes Fleisch enthält viele Bakterien und meine Tiere verwurmen schneller! Auch das ist mittlerweile so nicht mehr richtig. Die BARF - Shops, auch Online haben mittlerweile strenge Richtlinien zu befolgen. Das Fleisch wird in Thermoverpackungen versandt und teilt meistens nicht mal auch nur ein bisschen an. Durch das Einfrieren des rohen Fleisches werden bereits viele Bakterien getötet. Zusätzlich haben Tiere, die artgerecht ernährt werden einen gesunden Organismus und damit deutlich weniger "Verwurmungen" nachzuweisen, als Trockenfutter Tiere. Hier hat man mit Futtermilben und weiteren unnötigen Plagegeistern zu kämpfen! Natürlich ist eine Wurmvorsorge damit nicht zu vergessen - doch auch hier gibt es tolle und gesunde, vor allem UNSCHÄDLICHE Helfer.

Ich hätte gerne einen BARF-Plan - doch wo soll ich nachfragen?

da leider auch hier - der Begriff "BARF-Ernährungsberater" oder allgemein der "Ernährungsberater für Tiere" - kein geschützter Begriff ist, können Hinz und Kunz sich das schimpfen. Wichtig ist, sich die Menschen genau anzuschauen. Auch für einen gezielten Ernährungsplan gehört sich, das Tier genauer anzuschauen, ggfs. Untersuchungen durchzuführen um eventuelle Mängel feststellen und beheben zu können.

Wagt Euch ein kleines Stück in Richtung zurück zur Natur - Eure Tiere werden es Euch danken! 

Für Fragen zum Thema BARF, sowie für einen Individuellen Ernährungsplan für Euren Liebling, dürft Ihr Euch gerne telefonisch oder unter "Kontakt" an mich wenden!

Buchtipp:

Swanie Simon - BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde

Peter von Quillfeldt - Katzen BARFen