Natürlich - Tiergerecht

Tierheilpraxis für Pferde und Kleintiere & Huforthopädie

Ingwer - Hilfreich oder Risiko?

Eine feurig aromatisch-würzige Wurzel aus dem Garten, mit leicht zitroniger Note. Immer mehr wird über die heilende Wurzel bekannt und immer mehr wird sie eingesetzt. Doch bietet die Fütterung auch immernoch ein Restrisiko...

Bei uns Menschen wird die Pflanze schon seit Langem nicht nur in der traditionellen indischen Medizin, gegen viele Leiden, sondern vor allem auch in unserer Küche als Geschmacksbringer verwendet. Weitere Ingwergewächse sind der Galant und der Javanische Gelbwurz.

Die Wirkung der Wurzel ist vielseitig:

Die moderne Forschung bestätigt, was schon längst in alten Heilkunden angewandt wurde: Der Ingwerwurzelstock besteht aus einem zähflüssigen Balsam, welcher viele ätherische Öle und Scharfstoffe enthält. Das ätherische Öl "Gingerol", enthält Sesquiterpene und hat folgende Wirkungen: Blutdrucksenkend, antibakteriell, antirheumatisch, harntreibend,schleimlösend,wurmtreibend, entzündungshemmend,krampflösend und regenerierend.

Das klingt nach einer vielseitig nutzbaren Pflanze mit hervoragender Wirkung.

Doch auch die Nebenwirkungen können vielseitigem Ursprungs sein:

Doch Vorsicht ist geboten. Die Wirkung des Ingwers ist gleichzusetzen wie humanmedizinische Schmerzmittel, wie zb. Aspirin.

Ein neuer "Trend" scheint es zu sein, Ingwer bei Arthrose und Lahmheiten einzusetzen. Sicherlich wird der Schmerz für die Dauer der Gabe gelindert, doch leider bewirkt man dadurch nur eine weitere Symptomunterdrückung und muss danach mit schweren Rückfällen rechnen.

Altersbedingte Probleme in den Gelenken sollten deshalb nicht mit Ingwer behandelt werden. Meistens wird diese Behandlung nämlich auf eine dauerhafte Gabe hinauslaufen, da nach Beenden immer wieder die alten Symptome zurück kehren.

Zudem bestätigen auch einige Heilpflanzenbücher, dass Ingwer zu Sodbrennen beim Menschen führte, sowie sogar zu Magenschleimhautentzündungen. Gleiches gilt in dem Fall natürlich auch für unser Pferd. Ingwer kann dabei zu einer massiven Speiseröhrenreizung führen, sowie ebenfalls zu einem Magengeschwür, oder sogar im schlimmsten Falle zu Koliken.

Durch die blutdrucksenkende Wirkung von Ingwer, wird im gleichen Zuge auch die Blutgerinnung verändert. Durch die Fütterung von Ingwer wird das Blut verdünnt, was im Bezug auf Verletzungen oder OPs eine negative Auswirkung haben kann.

In Heilkundebüchern wird davon abgeraten, Ingwer bei Gallenleiden anzuwenden. Nun ist sicherlich bekannt, dass Pferde keine Gallenblase besitzen. Die Nebenwirkungen in diesen Zusammenhang bleibt dabei unbedacht.

Die Fütterung von Ingwer sollte deshalb immer gleich zu werten sein, wie die Einnahme von Schmerztabletten.

Bitte füttert Ingwer also nicht auf "Gut Glück", sondern lasst euch ausführlich von einer Tierheilpraktikerin oder einem Tierarzt beraten.
Mit einem gezielten Einsatz, kann diese Heilpflanze sicherlich auch ihre positiven Eigenschaften mit einbringen.

Die Gabe von Ingwer sollte in die Schublade der "Notfall-apotheke" wandern. Da sicherlich eine enorme Wirkung erzielt werden kann, leider lediglich im Bereich der Unterdrückung von Symptomen, nicht in der Ursachenbehebung.

Solltet Ihr weitere Fragen zum Thema Fütterung von Ingwer haben, dürft Ihr mir diese gerne unter "Kontakt" zusenden.