Natürlich - Tiergerecht

Tierheilpraxis für Pferde und Kleintiere & Huforthopädie

Impfen - muss das (so oft ) sein?

Im Moment ist es wieder in aller Munde: Das Thema "Impfen". Noch sehr oft lese ich von Impfreaktionen, von jährlichen "Sinnlos-Impfungen" und die Diskussion, ob Impfen nun sinnvoll ist, oder nicht.

Deshalb möchte ich euch hier in einer Reihe Hund/Katze - Pferd/Großtiere einmal die Möglichkeiten der Immunisierungen durch Impfungen aufzeigen, aber vielleicht auch ein Einblick geben können, in wie weit diese sinnvoll oder irrsinnig sind.

Katzen

Beginnen wir mitunseren lieben Katzen und Katern, viele sind freilaufend, einige auch reine Haustiger. Gerade im Haus gehaltene Tiere sind immunschwächer, aber auch größtenteils geschützer. In manchen Fällen kann jedoch auch der Mensch die Krankheit zur Tür herein bringen....

Hier nun einmal die Liste der impfrelevanten Krankheiten:

Katzenschnupfen

Katzenschnupfen besteht auf verschiedenen Krankheitserregern. Dazu gehören Herpesviren, Caliciviren und Bordetellabakterien, sowie Chlamydien.

Die Krankheit äußert sich durch häufiges Niesen und somit durch Ausfluss aus Augen und den Atemwegen. Bei Andauern der Krankheit wird der Ausfluss oft eitrig und die Atemwege verkrusten. Ebenso können weitere Entzündungen der Atemwege entstehen, sowie Husten und Schluckbeschwerden.
Vor allem Katzenwelpen sind hier besonders gefährdet, da sie noch ein relativ schwaches Immunsystem besitzen.

Caliciviren, welche auch Auslöser von Katzenschnupfen sind, sind jedoch Viren, welche sich ständig verändern. Die Impfung ist deshalb vergleichbar mit unserer menschlichen Grippeimpfung, auch hier ändern sich die Erreger ständig und wir sind trotz Impfung nicht vor einer Erkrankung geschützt.

Hygiene in der Haltung ist hier der beste Schutz. Katzenschnupfen ist ansteckend und ein betroffenes Tier sollte deshalb nicht in Kontakt mit anderen Tieren kommen.

Feline infektiöse Peritontitis

Diese Krankheit äußert sich durch eine Bauchfellentzündung, einem Wasserbauch, Abmagerung und Fieber. Meistens endet diese Krankheit tödlich. Sie entsteht durch die Mutation von Coronaviren.

Der Impfschutz wird aus Vakzinen hergestellt. Das sind Impfstoffe von Krankheitserregern außerhalb des Körpers. Auch hier ist leider kein absoluter Impfschutz gewährleistet. Der Impfstoff steht zudem unter Verdacht das Erkrankheitsrisiko zu fördern.
Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt, aber auch zB durch Kontakt mit dem Kot betroffener Tiere – Die Viren selbst vermehren und mutieren im Darm.

Leukose - das feline Leukosevirus

Leukose ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Gewebes, sie äußert sich vor allem durch Anfälligkeit von Infektionen.Übertragen werden die Erreger durch Körperflüssigkeiten, sowie auch Fäkalien betroffener Tiere.

Leider ist auch hier ein Impfschutz nicht nachgewiesen und auch hier ist eine selbsterworbene Immunität wirkungsvoller, als eine zugeimpfte. Freilaufende Kätzchen, welche diesen Virus nicht nachweisen, sollte man jedoch noch im Alter unter einem Jahr impfen. Diese Impfung schützt leider auch nicht vor der Erkrankung, ebensowenig wie jährliche Nachimpfungen. Bei Leukoseimpfungen wird sehr oft von "Impfreaktionen" gesprochen, die ich später weiter erläutere.

Die Katzenseuche

Die Katzenseuche ist eine virale Erkrankung, welche die Verringerung weißer Blutkörperchen hervorruft. Sie äußert sich durch Erbrechen und Durchfall,Fressunlust, Fieber und in schwerstem Falle auch durch eine Kleinhirn-Ataxie.
Katzenwelpen verenden meist tödlich. Auch der Mensch kann den Erreger mit ins Haus tragen. Deshalb ist die Katzenseuchenimpfung zu empfehlen, auch bei Hauskatzen.

Hunde

Weiter geht es mit unseren treuen Gefährten, den Hunden:

Tollwut

Dies ist die wohl bekannteste Krankheit. Sie besteht meist aus drei Phasen. In der ersten Phase verändert sich meist das Verhalten Ihres Tieres, bekannt bei Wildtieren, welche plötzlich Kontakt zu Menschen suchen. Hunde produzieren in dieser Phase meist vermehrt Speichel. In der zweiten Phasen steigt die Aggression der Tiere meist erheblich, sie können beginnen um sich zu schnappen und zu beißen. In der letzten Phase äußert sich die Krankheit meist durch Lähmungen, die anschließend zum Tod des Tieres führen.

Tiere welche mit Auslandsaufenthalten konfrontiert sind, sollten deshalb alle drei Jahre geimpft werden. In Deutschland ist die Infektion dieser Krankheit eher gering. Trotzdem gibt es mittlerweile auch in Deutschland Tollwut gefährdete Orte. Hier sollte einfach grundsätzlich bei Urlauben oder Ausflügen mit dem Hund nachgefragt werden.

Parvovirus

Diese Krankheit äußert sich oft durch blutigen Durchfall und Erbrechen der Hunde. Der Parvovirus ist auch als "Hundeseuche" bekannt und wird vor allem durch Kot infizierter Tiere übertragen. Eine Grundimmunisierung der Welpen ist deshalb zu empfehlen. Jedoch erhöht das Nachimpfen des Impfstoffes den Schutz nicht nachweislich.

Staupe

Diese Krankheit äußert sich oft durch Ausfluss aus Nase und Augen, aber auch durch Lungenentzündung und Durchfall und nervlichen Erkrankungen, wie Epileptische Anfälle. Eine Grundimmunisierung des Welpen im Alter von 12 Wochen ist sehr zu empfehlen. Eine Staupeimpfung hält nach Studien ein Leben lang. Hier kann durch Antikörperkontrolle eines Titertests Abhilfe geleistet werden.

Borelliose

Diese Krankheit wird durch Zecken übertragen. Meist erkranken 5% der Tiere durch Zeckenbisse. Eine Impfung schützt auch hier leider vor einer Erkrankung nicht. Auch mein Schäferhund wurde damals als Welpe gegen diese Erkrankung geimpft. Der Impfstoff ist jedoch nur für eine selten vorkommende Borellienart ausgerichtet. Leider erkrankte auch mein Hund damals an Borelliose durch einen Zeckenbiss. Er überlebte die Krankheit nur knapp und trug den Rest des Lebens die Folgen dieser Krankheit mit sich.

Dem Impfstoff wird nachgesagt, dass er bei genetisch vorbelasteten Hunden auch als Auslöser von Arthritis gilt.

Herpes

Herpes kann zu Fehlgeburten, Totgeburten und Welpensterben führen, bei tragenden Hündinnen. Hier ist also eine zweimalige Impfung empfehlenswert. Eine tragende Hündin die keine Antikörper nachweißt sollte sowohl nach dem Deckzeitpunkt als auch kurz vor der Geburt geimpft werden. Bei älteren Hunden, mit gutem Immunsystem verläuft die Erkrankung eher schwächer und äußert sich durch Nasen-und Augenausfluss und Durchfall, sowie Husten.
Auch Herpes äußert sich mittlerweile durch differente Erreger und leider kann auch eine Impfung kein Schutz gewährleisten.

Zwingerhusten

Hier gibt es sowohl virale, als auch bakterielle Erreger. Am meisten bekannt ist der Zwingerhusten in Tierheimen. Hier werden viele Tiere eng aufeinander gehalten. Artgerechtgehaltene Hunde erkranken sehr selten und meist nicht lebensbedrohlich. Eine Impfung bei artgerecht gehaltenen Hunden ist hier eher unnötig bis schädlich. Zu den Risiken und Nebenwirkungen komme ich aber noch weiter unten.

Hepatitis

Adenoviren sind hier ansteckende Erreger für Leberentzündungen, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Blutungen aber auch neurologische Störungen. Eine Grundimmunisierung der Welpen ist deshalb zu empfehlen.

Leptospirose

Diese Krankheit kann zu Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber, Nieren- und Leberschäden führen. Ebenso zu Entzündungen des Magen- und Darmtraktes. Es gibt viele verschiedene Leptospiren, die durch eine Impfung leider nicht abgedeckt werden können.

Die Impfstoffe bestehen aus vollständig abgetöteten Bakterien und sind deshalb sehr nebenwirkungsreich.

Aber der Tierarzt sagt doch immer, ich soll halbjährlich, MINDESTENS jährlich zum Impfen meiner Haustiere antreten?

Nun werden von den meisten Tierärzten nach Grundimmunisierungen auch weitere Nachimpfungen empfohlen, die meisten jährlich, aber auch halbjährlich oder in mehrjährigen Abständen. Ein nachgewiesenen erhöhten oder "aufgefrischten" Impfschutz gibt es jedoch meist leider nicht.

Impftiter- Kontrolle hilft zur Übersicht der vorhandenen Antikörper.
Als Besitzer gibt es die Möglichkeit eine Titerkontrolle durchführen zulassen. Durch Impftiter kann ein Impfschutz nachvollzogen werden. Leider gibt es kein genauen Nachweis, wie hoch ein Impftiter sein muss, damit ein Impfschutz gegeben ist. Viel wichtiger sind die Gedächtniszellen eines Tieres, welche noch nach Jahrzehnten eine Immunität nachweisen können. Diese Gedächtniszellen sind jedoch leider labortechnisch nicht nachweisbar. Einen Impftiter eines Welpens zu prüfen ist sinnvoll um die Antikörper nachzuweisen, welche der Welpe von dem Muttertier übernommen hat. Auch eine spätere Titerprüfung zur Nachweisung von Antikörpern ist sinnvoll. Hier können oft Nachimpfungen und deren eventuelle Nebenwirkungen erspart werden.

Doch welche Nebenwirkungen können Impfungen mit sich bringen?

Die meist bekannteste Nebenwirkung ist unter anderem ein Impfsarkom. Dies entsteht meist aus einer chronischen Entzündung der Impfung. Bei sogenannten "Totimpfstoffen" ist diese Entzündung sogar erwünscht und wird durch sogenannte "Adjuvanten" hervorgerufen. Es soll die Immunantwort auf die Impfung erhöhen. In den meisten Fällen bilden sich diese Sarkome zurück. Jedoch kann sich durch Entartung der Zellen auch ein solches Krebsgeschwulst bilden. Dadurch entstehen statt Rückbildung der Bindegewebszellen entartete Krebszellen. Dieses Krebsgeschwür ist zwar meist operativ entfernbar, bildet sich aber in den häufigsten Fällen immer wieder neu. Oftmals kann so ein Impfsarkom zum Tode führen, da Impfungen in der Hals/Rückengegend gesetzt werden. Oft raten deshalb Tierärzte zum Impfen in den Beinbereichen, da diese notfalls amputiert werden können. (Diesen Rat kann sich nun jeder selbst auf sich wirken lassen).

Kurz noch zur Erläuterung der "Adjuvanshaltigen Impfstoffen". Dies sind Impfstoffe, welche durch diese Adjuvans vermischt werden. Dies sind chemisch-physikalische Emulsionen, Lösungen oder Mischungen zur Verstärkung des Impfstoffes. Thiomersal sollte hier besonders beachtet werden, dies ist ein Zusatz aus einer hochgiftigen Quecksilberverbindung.

Eine weitere lebensgefährliche Impfreaktion ist der anaphylaktische Schock. Er betrifft lebensnotwendige Organe und kann zu Kreislaufversagen und somit zum Tod führen.

Weiter kann eine Impfung Ödeme,Hauterkrankungen,Juckreiz,Autoimmunerkrankungen,Durchfall,Erbrechen,Fieber und Lähmungen herbeiführen.

Und was soll ich jetzt tun?

Deshalb rate ich jedem Haustierhalter, erkundigt euch über die Notwendigkeit der einzelnen Impfungen und vor allem über die Notwendigkeit, oder besser gesagt Sinnlosigkeit vieler regelmäßiger Nachimpfungen.

Eine Grundimmunisierung ist bei den allermeisten Fällen völlig ausreichend und die beste Vorbeugung besteht immernoch in einer artgerechten Haltung, sowie Fütterung.
Die Tiere sollen, vor allem auch in der Zucht, mit den Muttertieren beisammen gelassen werden, somit bekommen sie auch hier schon die wichtigsten Grundlagen durch die Muttermilch.

Ein gesundes Immunsystem kann durch die Optimierung dieser Punkte erschaffen und aufrecht gehalten werden. Haustiere deshalb in "Watte zu packen" ist absolut abzuraten. Gerne helfe ich Euch mit Tipps und Tricks zu einem stabilem Immunsystem und auch zur Minderung der Impfreaktionen, nach Notwendigen Impfungen.

Dies hier ist nur eine kleine Zusammenfassung mit den wichtigsten Aspekten der Krankheiten, ihren Verläufen etc. im Einzelnen sollte sich jedoch jeder Tierhalter natürlich genauer damit beschäftigen und sich erkundigen. Gerne helfe ich Euch auch dabei.

Quellen: Dr. med.vet. Jutta Ziegler :"Mein Hund würde länger leben, wenn...", sowie zur Erläuterung der Krankheiten: http://www.wikipedia.de