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Tierheilpraxis für Pferde und Kleintiere & Huforthopädie

Denn du bist, was du isst... Teil 3

Öle und Fette

Mariendistelöl, Sonnenblumenöl, Leinöl, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Chiasamen, Nachtkerzensamen, Schwarzkümmelöl....... Es gibt soviele Ölsaaten/Fettträger in der Natur - doch was ist brauchbar, wieviel ist gesund - wieviel vielleicht sogar schädlich?

Hier eine kleine Zusammenfassung und Wissenswertes zum Thema "Öl/Fettfütterung" bei Pferden. 

Verschiedene Öle werden heutzutage gerne in Kraftfutter beigesetzt und als wertvolle Energieträger beworben. Tatsächlich besitzen Fette doppelt soviel Energie, wie Kohlenhydrate. Ebenso wird bei der Verwertung von Fett, keine Energie in Form von Wärme freigegeben, im Gegensatz zum Aufschluss von Kohlenhydraten. Dadurch kann mehr Energie vom Körper selbst genutzt werden.

Aufbewahrung von Ölen

Hochwertige Öle, also Öle mit ungesättigten Fettsäuren verderben sehr schnell. Sie sind empfindlich bei Lufteinwirkung, hoher Temperatur oder sogar Lichteinfall. Diese Fette sollten also stets gekühlt und im Dunklen gelagert werden. Hochwertige Öle haben vom Grund auf einen sehr neutralen Geruch, sollte sich dieser verändern, oder sogar ranzig riechen, muss das Öl sofort entsorgt werden. Freigesetzte Säuren,die entstehen, wie zb. "Buttersäure" wirken toxisch.

Sehr oft werden ganze "Leinöl" Kanister gekauft, diese sollten jedoch nicht so lange gelagert werden. Haben solch hochwertige Öle trotzdem ein langes Haltbarkeitsdatum, sind sie sehr oft konserviert.

Was enthalten Öle?

Es gibt einfach, sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Mehrfach ungesättigte enthalten positives Omega-3 oder Omega- 6. (Wie zb. Leinöl)

Gesättigte Fettsäuren, werden schlecht verwertet und "setzen an". Sie erhöhen zudem, als Beispiel bei uns Menschen: den Cholesterinspiegel.

Nun jedoch zur leidigen Frage: Wieviel Öl ist gut für mein Pferd?

Ich lese verschiedene Mengenangaben, bei Besitzern. Von einem Esslöffel am Tag, bis gut 500ml täglich.
Vielleicht ist es deshalb ersichtlicher - wenn man weiß, was dieses Öl überhaupt tut.

Was passiert mit dem Öl in unserem Pferd? 

Bekannt ist, dass Pferde keine Gallenblase besitzen. Somit kann das Fett nicht emulgiert werden und es wandert als FETT weiter in die Bauchspeicheldrüse. Die Bauchspeicheldrüse jedoch hat zu kämpfen mit dem fettüberzogenem Nahrungsbrei und kann die einzelnen Nahrungsbestandteile nur eingeschränkt verwerten.

Weiter geht es: Der Fettfilm überzieht ebenso wichtige Strukturkohlenhydrate - Hier kann die Darmflora nur eingeschränkt arbeiten. Doppelt belastet wird sie nochmals, wenn das Fett in die Darmflora gelangt - denn diese benötigt ein wässriges Milieu.

Man sagt, dass das Fressen so besser "flutscht"- und das bewahrheitet sich auch. Die Darmpassage wird so durch den fettüberzogenen Nahrungsbrei schneller durchquert. Was jedoch auch wieder heißt, dass vor allem die Nahrungsbestandteile im Dünndarm schlechter aufgenommen werden können.

Viel hilft viel - gilt hier also nicht. Im Gegenteil: Eine zu große Menge Öl, liefert weniger verfügbare Energie.

Doch warum füttert man dann Öl zu?

In Maßen können Fettsäuren jedoch gute Arbeit leisten:

  • Einige Stoffe in der Nahrung werden nur durch Fette losgelöst - dazu zählen einige Vitamine
  • Blutfette regulieren den Blutdruck im Körper
  • sie sind wichtig für ein intaktes Gewebe, da sie Bestandteil aller Zellmembranen im Pferdekörper sind
  • Sie gelten auch als günstiger Reservestoff, sollte die Energie von den Kohlenhydraten aufgebraucht sein
  • und natürlich sind sie ein wichtiger Schutz der Organe und des Nervensystems

Ein frei lebendes Pferd holt sich das nötige Fett über verschiedene Grasähren oder Samen und Nüssen. Sogenannte "Ölsaaten" wie zB. Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Chiasamen, Nachtkerzensamen, Hanfsamen etc. liefern wichtige und günstige Fettsäuren (Je nach Bedarf des Pferdes). Sie unterstützen zudem sehr gut in Zeiten des Fellwechsels.

Auch Heu enthält noch eine Menge Restöl. So kann ein Pferd bei einer täglichen Heufütterung von 10kg bis zu 100ml Öl aufnehmen. Begünstigt hierbei ist die Aufnahme auf den Tag verteilt, somit wird die Fettverdauung hier positiv angeregt.

Fazit ist also: Weniger ist mehr! Ein "Schuss" hochwertige ungesättigte Fettsäuren im Futter, sind gewiss nicht schädlich für ein gesundes Pferd. Gegen eine Kurweise Fütterung spricht also nichts. Hierbei kann das Öl auch immer frisch angeboten werden und muss nicht lange gelagert werden. Ein reines Freizeitpferd mit Zugang zu Heu, benötigt diesen Zusatz jedoch in der Regel nicht.

[Quelle: Dr. Christina Fritz- Pferde fit füttern]