Natürlich Tiergerecht

Huforthopädie & Tierheilpraxis

Denn Du bist, was du isst... Teil 1

Heutzutage wird man regelrecht "erschlagen" von der Masse an Angeboten zum Füttern unserer Vierbeiner.

Für Jeden etwas dabei, seien es "Komplettversorger", "Hufreheheiler, "Kotwasserstopper" , oder sonstige Allrounder. Der Markt hat für Jeden etwas parat!

Auch ich mache mir natürlich fast wöchentlich Gedanken, was mein Pferd am längsten gesund erhält. Ist es die richtige Dosierung? Fehlt ihm etwas? Ist es gar die falsche Wahl?

Der Markt ist voller "Fütterungsexperten"

Aus eigenem Interesse habe ich mir jedoch in den letzten Wochen die Mühe gemacht, diverse Pferdefutterhersteller anzuschreiben/anzurufen und Ihnen Löcher in den Bauch zu fragen.

Interessant war, dass jede Firma mir zu einer völlig unterschiedlichen Fütterung geraten hat und ich war am Ende wohl genauso schlau, wie davor. Einige reagierten regelrecht aggressiv auf direkte Fragen, zu eventuellen "Nebenwirkungen" der Inhaltsstoffe.
Sätze wie: "Wenn das schädlich für Pferde wäre, würden wir ja nicht schon seit 20Jahren Pferdefutter verkaufen!" oder: "Wenn das schlecht fürs Pferd wäre, wären wir ja wohl keine so bekannte Firma!" Waren dabei Standart.

Doch trotzdem gibt es immer mehr "Kranke Pferde".

Gerne würde ich Euch deshalb mit diesem Beitrag einmal anregen, einfach mal selbst nachzudenken. Ich möchte hier nichts schlecht reden, nichts gut heißen. Lediglich einmal darauf hinweisen, was verschiedene Fütterungsweisen mit sich bringen.

Was fressen Pferde eigentlich?

Viele beginnen hier nun damit, dass ein Pferd ein Steppentier war. Es zog früher mehrere KM durch die Landschaften und fraß, was ihm Günstiges vor den Füßen wuchs. Das waren Gräser, Kräuter, Rinde, oder verschiedene Mineralien aus den Erdböden.

Schauen wir das domestizierte Pferd heute an. Dieses steht auf meist fetten Weiden, welche oftmals Kuhweiden sind. Fett, grün und saftig. Pferde stehen auf begrenzten Flächen, mit Glück an einem Waldrand. Trotz allem ist das heutige Pferd nicht mehr mit seiner eigentlichen Natur vergleichbar. Es hat nicht die Möglichkeit umher zu ziehen und sich das zu holen, was es braucht. Deshalb muss man diese Begebenheiten ebenfalls in der Fütterung beachten.

Auch wenn sich die Natur um das Pferd geändert hat, so hat sich nicht ihr sensibles Verdauungssystem geändert. Dieses kennenzulernen und zu verstehen, halte ich als Pferdebesitzer deshalb für sehr wichtig!

Kommen wir nun aber zur Fütterung.

"Früher" als die Pferde noch reine Nutztiere waren, Äcker umpflügten und den Menschen von A nach B brachten, gab es in der Fütterung den "Hafer". Jedes Pferd bekam abends seinen "Eimer" hingestellt und durfte mit dem Hafer reichlich Kraft tanken (In den südlichen Ländern war dies meist mit Gerste der Fall).

Auch ein Hafer/Stroh Gemisch war bei den "Bauern" gang und Gebe.

Heutzutage, gibt es viele, bunte Mischungen - für jedes Pferd eine andere, welche das einzelne Indiviuum voll versorgen soll. Immer mehr kommt auch das Thema "Haferfütterung" auf.

Von "Hafer macht das Pferd spinnig", bis "Hafer ist schlecht für die Organe"....habe ich schon alles gehört. Der Trend geht zum Haferfreien Müsli, welches durch Mais, Gerste, Dinkel oder gar Roggen und Weizen ersetzt wird.

Ich habe diese besagten Müslis einmal genau unter die Lupe genommen und möchte Euch nur einmal beten, die Inhaltsstoffe, die ich euch nun aufführe, zu beachten und Euch selbst einmal Gedanken darüber zu machen, was Ihr , Eurem Pferd füttert.

Eine kleine Kunde zu den Inhaltstoffen, der gängisten "Müslis":

Die meist gelesenen Bestandteile sind:

Rohasche, Rohprotein und Rohfett.

Das Wort "Rohasche" beschreibt tatsächlich "Asche" der Rückstände einer Verbrennung des Futters bei 550° . Dies kann in diesem Fall, alles mögliche Bedeuten. Von Mineralien, bis hin zu Verunreinigungen.

Rohprotein beschreibt die stickstoffhaltigen Bestandteile des Futters. Das können zum Beispiel Vitamine sein, aber auch hauptsächlich Eiweiße.

Rohfaser sind Balaststoffe.

Weiter zähle ich Euch noch ein paar häufig gelesene Zusatzstoffe auf (um den Rahmen nicht ganz zu sprengen):

Bierhefe: Ist nichts anderes, als wirklich ein Nebenprodukt der Biergärung, sie ist reich an Proteinen und B-Vitaminen.

Kleie: Sei es "Weizenkleie" oder anderes, ist ein Rückstand aus der Getreideverarbeitung und beinhaltet die Randschichten und den Keim des Getreidekorns. Kleie ist reich an Klebereiweißen, die wahrlich ihrem Namen nachgehen. Sie "verkleben" regelrecht die sensiblen Darmwände der Pferde. Sie verändern die Konsistenz des Futter so, dass es zur Verschiebung der einzenen Vorgänge geht. Dies führt von Kotwasser bis hin zur Kolik.

Melasse: ist ein Nebenprodukt der Zuckergewinnung. Es wird zur Staubbindung und zum schmackhaft machen des Futters verwendet. Zuckerrübenmelasse ist also nichts anderes als wiederum ein Abfallprodukt der Verarbeitung von Zuckerrüben.

Apfeltrester: wird neben Melasse auch sehr gern eingesetzt.Dies sind gegorene Pressrückstände aus der Apfelsaftgewinnung. Sie enthalten sehr viel Zucker.

ätherische Öle: ebenfalls sehr gern in vielen Kräutermüslis zu finden. Sie sollen gut für die Atmenwege sein. Sie sind nichts anderes, als diese Öle, die in Badezusätzen oder Duftkerzen zu finden sind.

Die meisten gutriechenden Müslis sind noch mit "Bananenmehl" oder ähnlichem angereichert. Auch hier ist es wieder ein Abfallprodukt bei der Verarbeitung von Bananen.
Ebenso die Beisetzung von "Waffelmehl" - Abfallprodukte aus der Herstellung von Backwaren. Den Vorstellungen bleiben keine Grenzen gesetzt.

Weitere gern gelesene Inhaltsstoffe wie: Erbsen, Johannisbrotkernmehl, diverse Öle, Kräuter, Knoblauchflocken,Artischocken,sonstiges Gemüse.....

Pelletfütterung: Pellets sind hart, trocken und beinhalten Getreide,Mineralien, etc. alles zusammen in zusammengepresster, getrockneter Form. (Ist wirklich nur das drin, das draufsteht?) Aufgrund ihrer Beschaffenheiten sind sie oft Auslöser von Schlundverstopfungen.

Trocken Brot/Brötchen: gehen wir hier davon aus, dass sie auch komplett durchgetrocknet sind. Wird meist aus Roggen, oder Weizen hergestellt und haben im Pferd nichts verloren, da es sehr schwer verdauliche Getreidesorten sind. Zusätzliche Kleberanteile der meisten Cerealien im Brot , können ebenfalls zu starken Verdauungsstörungen führen. Auch wurde des öfteren nun schon eine Art Zöliakie (Glutenunverträglichkeit bei Pferden nachgewiesen) Auch hier äußert sich das ganze mit teilweise extremen Kotwasser und schlimmeren Nebenwirkungen.

Ich frage mich: Was haben die Pferde nur vor zig Jahren ohne uns gemacht?

und ich frage mich: Woher kommen Hufrehe, woher kommt Cushing (welches vergleichbar ist mit unserer Altersdiabetes), Equines Metabolisches Syndrom (kurz: EMS). Wohlstandskrankheiten der Pferde.

Diese Frage möchte ich hier offen lassen und sie an Euch weitergeben.

Ich möchte mit diesem Beitrag gegen nichts propagieren.

Ich habe lediglich eine Bitte an Euch....FRAGT NACH!

Auch ich habe nachgefragt und bin bei vielen Futtermittelherstellern auf Distanz und teilweise schon Unhöflichkeit gestoßen. Fragt auch Ihr nach und verlangt nach einer logischen Begründung.

Gönnt Eurem Pferd eine gesunde Ernährung und macht Euch die Mühe, Dinge zu hinterfragen. Euer Pferd wird es euch mit einer langer, gesunder Lebensdauer danken!

24h Heuversorgung ist das Wichtigste für jedes Pferd! Sind die Pferde ausreichend damit versorgt, so schlingen sie dieses nicht, dösen auch mal sattgefressen und es sind weder engmaschige Heunetze, noch andere "Fressbremsen" von Nöten!